Leipzig ist eine wichtige Stadt für Keltische Studien

Am Dienstag, den 27. Januar 2015, hat der irische Botschafter Michael Collins die Bibliothek Albertina der Universität Leipzig besucht. Eingangs begrüßte der Direktor der Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, alle Gäste. Dann präsentierte der irische Historiker Prof. Dáibhí O’Cróinín von der Universität Galway die Handschriften des irischen Wissenschaftlers Whitley Stokes, und das unter Bezugnahme auf das Buch „Whitley Stokes (1830-1909): the lost Celtic notebooks rediscovered“.

Die Entdeckung aller 150 keltischer Notizbücher von Stokes durch Professor Dáibhí Ó Cróinín, die unbemerkt seit 1919 in der Universitätsbibliothek in Leipzig lagerten, offenbart erst jetzt das Ausmaß von Stokes Arbeiten in seinen späten Jahren, und macht diese Manuskripte, entstanden als ein Resultat jahrzehntelanger keltologischer Forschung, nun einer breiten Öffentlichkeit verfügbar.

Whitley Stokes‘ Handschriften können wir in der Universitätsbibliothek Albertina finden und schon bei der Präsentation hatten Studenten und Gäste die Möglichkeit sich die Manuskripte anzuschauen und somit Forschungsgeschichte hautnah zu erleben.

Aber Leipzig ist nicht nur durch den Namen von Stokes mit den Kelten verbunden, sondern auch durch den Keltologen Professor Ernst Windisch, der an der Universität Leipzig wirkte. Seine Arbeiten: Kurzgefasste irische Grammatik mit Lesestücken (Hirzel, Leipzig 1879). Die altirische Heldensage Táin bó Cúalnge (1905). Das keltische Brittannien bis zu Kaiser Arthur (Teubner, Leipzig 1912) und zusammen mit Whitley Stokes Irische Texte, 4 Bände (Hirzel, Leipzig 1880-1909).

Was verbindet Leipzig sonst noch mit der keltischen Welt? Leipzig liegt auch an einem mittelalterlichen Pilgerweg, auf welchem irische Prediger auf den Weg nach Rom und ganz Europa waren. Zur Erinnerung daran befindet sich eine Gedenktafel am Ranstädter Steinweg im Leipziger Zentrum.

Bereits seit 2013 können Studierende auch an der Leipziger Universität Veranstaltungen des irischen Lektorats (Sprache, Geschichte und Kultur) teilnehmen. Dieses gehört zum Institut für Sorabistik und wird von der irischen Botschaft in Deutschland finanziert. Durch permanente Bemühungen um dessen Ausbau, soll es bald weitere Möglichkeiten zum Studium von Minderheitensprachen und keltischen Sprachen geben. Die Initiative zur Wiedereinrichtung der Lehre keltischer Sprache begann im Jahr 2007 als Kooperationsprojekt zwischen dem Professor für Sorabistik, Eduard Werner, und Dr. hab. hab. Sabine Asmus. Bei der Veranstaltung präsentierte Dr. Asmus eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Keltologie in Deutschland und sprach anschließend über die Entwicklung der Studiengänge Europäische Minderheitensprachen, Irische Studien sowie deren internationale Ausrichtung an der Universität Leipzig.

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Prof. Dr. Jochen Schwend betonte die Wichtigkeit irisch-deutscher Kooperationen und die interessante Aspekte deutsch-irischer Erasmus-Projekte.

In den letzten Jahren erregte das irische Lektorat sehr viel Interesse bei Leipziger Studierenden. Die Veranstaltung am 27. Januar 2015 sollte dieses Interesse unterstützen und ausbauen.

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2 Gedanken zu “Leipzig ist eine wichtige Stadt für Keltische Studien

  1. Pingback: Einladung zum “2016 Ireland Centenary Festival” in Leipzig – Verein zur Förderung von Minderheitensprachen Leipzig VFML e.V.

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